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Open Source

GLPI und ITIL (Version 5): IT-Service-Management neu gedacht – Open Source

WällerIT Redaktion27. Oktober 2026
GLPI und ITIL (Version 5): IT-Service-Management neu gedacht – Open Source

ITIL wird erwachsen – und breiter

Anfang 2026 hat PeopleCert ITIL (Version 5) veröffentlicht. Die wichtigste Botschaft: ITIL ist nicht mehr nur ein Rahmenwerk für den IT-Betrieb, sondern für das Management digitaler Produkte und Services über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Strategie über Entwicklung und Bereitstellung bis zum Betrieb und zur kontinuierlichen Verbesserung.

Das Bewährte bleibt: Die Management-Praktiken, die vier Dimensionen und die Leitprinzipien aus ITIL 4 bilden weiterhin das Fundament. Neu ist, wie konsequent ITIL (Version 5) auf Wertbeitrag, Nutzererlebnis und moderne Technologien ausgerichtet ist.

Was ist neu in ITIL (Version 5)?

  • Produkt- und Servicemanagement statt reinem ITSM: Ein durchgängiges Lebenszyklusmodell für digitale Produkte und Services
  • Experience als Wertfaktor: Das Erlebnis der Nutzer zählt mehr als die formale Einhaltung von Prozessen
  • KI und Automatisierung: Konkrete Leitlinien für den verantwortungsvollen, kontrollierten Einsatz von KI – inklusive eigenem Modul zur AI Governance
  • Nachhaltigkeit: Ökologische, ethische und betriebliche Auswirkungen werden in Design und Betrieb mitgedacht
  • Transformation: Ein verbindendes Modul, das zeigt, wie Verbesserungen geplant und umgesetzt werden

Für Unternehmen heißt das: Ein Ticketsystem allein genügt nicht mehr. Gefragt ist eine Plattform, die Services, Assets, Kosten, Wissen und Kundenerlebnis zusammenführt.

Warum GLPI?

GLPI ist eine der weltweit verbreitetsten Open-Source-Plattformen für IT-Service-Management und IT-Asset-Management. Sie steht unter der GPLv3, verursacht keine Lizenzkosten und lässt sich vollständig On-Premise in Ihrer eigenen Infrastruktur betreiben.

Mit GLPI 11 (seit Oktober 2025) sind zentrale Funktionen nativ an Bord, die früher Plugins erforderten:

  • Integrierter Formular-Editor für einen nutzerfreundlichen Service-Katalog
  • Überarbeitetes Self-Service-Portal für Anwender ohne IT-Kenntnisse
  • Wiederkehrende Changes für geplante Wartungen
  • Eigene Asset-Typen – vom Server bis zur Produktionsanlage
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung und Webhooks für sichere Integrationen

ITIL (Version 5) trifft GLPI – die Zuordnung

Schwerpunkt ITIL (Version 5)Umsetzung mit GLPI
Produkt- und Service-LebenszyklusService-Katalog, Projekte, Changes und Verträge in einer Plattform
ExperienceSelf-Service-Portal, Formulare, Zufriedenheitsumfragen, SLAs
Service-BetriebIncident-, Request- und Problem-Management mit Eskalationsregeln
Wertschöpfung und KostenFinanz- und Vertragsverwaltung, Lizenzen, TCO je Asset
KonfigurationsmanagementCMDB mit automatischer Inventarisierung per GLPI Agent
WissenWissensdatenbank mit Verknüpfung zu Tickets und Problemen
KI und AutomatisierungGeschäftsregeln, Webhooks, REST-API – KI-Anbindung lokal möglich
NachhaltigkeitLebenszyklusdaten der Hardware, Erweiterung zur CO₂-Bilanzierung

Die Vorteile auf einen Blick

Keine Lizenzkosten: Das Budget fließt in Einführung, Prozesse und Schulung – nicht in Nutzerlizenzen. Das macht ITSM auch für den Mittelstand wirtschaftlich.

Datensouveränität: Tickets, Asset-Daten und Wissensartikel bleiben in Ihrer Infrastruktur in Deutschland. Kein Datenabfluss in Drittstaaten.

Ein System statt Insellösungen: Service Desk, CMDB, Inventar, Verträge und Wissen greifen ineinander – genau die durchgängige Sicht, die ITIL (Version 5) verlangt.

Bessere Nutzererfahrung: Ein klarer Service-Katalog mit verständlichen Formularen reduziert Rückfragen und beschleunigt die Bearbeitung.

Verantwortungsvolle KI: Statt Cloud-KI mit unklarer Datenverarbeitung lassen sich lokale KI-Modelle anbinden – etwa für Ticket-Zusammenfassungen oder Lösungsvorschläge aus der Wissensdatenbank.

Compliance-Nachweise: Nachvollziehbare Changes, dokumentierte Incidents und ein aktuelles Asset-Inventar unterstützen NIS-2, ISO 27001 und BSI IT-Grundschutz.

Kein Vendor Lock-in: Offener Quellcode, offene Schnittstellen und eine große Community sichern Ihre Investition langfristig.

So gelingt die Einführung

  1. Reifegrad-Check: Bestehende Prozesse, Werkzeuge und Datenquellen erfassen
  2. Zielbild nach ITIL (Version 5): Welche Services, welche Nutzergruppen, welche Kennzahlen?
  3. Service-Katalog definieren: Leistungen verständlich beschreiben und als Formulare abbilden
  4. Pilotbetrieb: Service Desk und Inventarisierung mit einem Team starten
  5. Datenübernahme und Integration: Altsystem, Verzeichnisdienst, Monitoring und E-Mail anbinden
  6. Schulung und Rollout: Agenten, Administratoren und Anwender mitnehmen
  7. Kontinuierliche Verbesserung: Kennzahlen auswerten, Prozesse und Katalog weiterentwickeln

Typische Stolpersteine

  • Werkzeug vor Prozess: Wer GLPI ohne geklärte Verantwortlichkeiten einführt, digitalisiert nur das Chaos.
  • Zu viele Kategorien: Ein schlanker Katalog ist besser als hundert Auswahlfelder.
  • Fehlende Pflege der CMDB: Automatische Inventarisierung von Anfang an einplanen.
  • Betrieb unterschätzt: Updates, Backups und Plugin-Kompatibilität brauchen klare Zuständigkeiten.

Wie WällerIT unterstützt

Wir begleiten Sie von der Analyse über die Einführung bis zum Betrieb: Zielbild nach ITIL (Version 5), Installation On-Premise oder in Ihrer Private Cloud, Service-Katalog und Formulare, Anbindung an Keycloak, Active Directory und Monitoring, Datenübernahme, Schulungen sowie Managed Service mit Updates, Backups und Überwachung.

Fazit

ITIL (Version 5) macht deutlich: Gutes Service-Management ist eine Frage des Wertbeitrags und des Nutzererlebnisses – nicht der Lizenz. GLPI liefert dafür eine ausgereifte, offene Plattform ohne Lizenzkosten. Mit sauberer Einführung entsteht ein Service-Management, das zur Organisation passt und mit ihr wächst.

Sie möchten wissen, wie GLPI zu Ihrer IT passt? Sprechen Sie uns an – unser kostenloses Erstgespräch ist der einfachste Einstieg.