ITIL wird erwachsen – und breiter
Anfang 2026 hat PeopleCert ITIL (Version 5) veröffentlicht. Die wichtigste Botschaft: ITIL ist nicht mehr nur ein Rahmenwerk für den IT-Betrieb, sondern für das Management digitaler Produkte und Services über ihren gesamten Lebenszyklus – von der Strategie über Entwicklung und Bereitstellung bis zum Betrieb und zur kontinuierlichen Verbesserung.
Das Bewährte bleibt: Die Management-Praktiken, die vier Dimensionen und die Leitprinzipien aus ITIL 4 bilden weiterhin das Fundament. Neu ist, wie konsequent ITIL (Version 5) auf Wertbeitrag, Nutzererlebnis und moderne Technologien ausgerichtet ist.
Was ist neu in ITIL (Version 5)?
- Produkt- und Servicemanagement statt reinem ITSM: Ein durchgängiges Lebenszyklusmodell für digitale Produkte und Services
- Experience als Wertfaktor: Das Erlebnis der Nutzer zählt mehr als die formale Einhaltung von Prozessen
- KI und Automatisierung: Konkrete Leitlinien für den verantwortungsvollen, kontrollierten Einsatz von KI – inklusive eigenem Modul zur AI Governance
- Nachhaltigkeit: Ökologische, ethische und betriebliche Auswirkungen werden in Design und Betrieb mitgedacht
- Transformation: Ein verbindendes Modul, das zeigt, wie Verbesserungen geplant und umgesetzt werden
Für Unternehmen heißt das: Ein Ticketsystem allein genügt nicht mehr. Gefragt ist eine Plattform, die Services, Assets, Kosten, Wissen und Kundenerlebnis zusammenführt.
Warum GLPI?
GLPI ist eine der weltweit verbreitetsten Open-Source-Plattformen für IT-Service-Management und IT-Asset-Management. Sie steht unter der GPLv3, verursacht keine Lizenzkosten und lässt sich vollständig On-Premise in Ihrer eigenen Infrastruktur betreiben.
Mit GLPI 11 (seit Oktober 2025) sind zentrale Funktionen nativ an Bord, die früher Plugins erforderten:
- Integrierter Formular-Editor für einen nutzerfreundlichen Service-Katalog
- Überarbeitetes Self-Service-Portal für Anwender ohne IT-Kenntnisse
- Wiederkehrende Changes für geplante Wartungen
- Eigene Asset-Typen – vom Server bis zur Produktionsanlage
- Zwei-Faktor-Authentifizierung und Webhooks für sichere Integrationen
ITIL (Version 5) trifft GLPI – die Zuordnung
| Schwerpunkt ITIL (Version 5) | Umsetzung mit GLPI |
|---|---|
| Produkt- und Service-Lebenszyklus | Service-Katalog, Projekte, Changes und Verträge in einer Plattform |
| Experience | Self-Service-Portal, Formulare, Zufriedenheitsumfragen, SLAs |
| Service-Betrieb | Incident-, Request- und Problem-Management mit Eskalationsregeln |
| Wertschöpfung und Kosten | Finanz- und Vertragsverwaltung, Lizenzen, TCO je Asset |
| Konfigurationsmanagement | CMDB mit automatischer Inventarisierung per GLPI Agent |
| Wissen | Wissensdatenbank mit Verknüpfung zu Tickets und Problemen |
| KI und Automatisierung | Geschäftsregeln, Webhooks, REST-API – KI-Anbindung lokal möglich |
| Nachhaltigkeit | Lebenszyklusdaten der Hardware, Erweiterung zur CO₂-Bilanzierung |
Die Vorteile auf einen Blick
Keine Lizenzkosten: Das Budget fließt in Einführung, Prozesse und Schulung – nicht in Nutzerlizenzen. Das macht ITSM auch für den Mittelstand wirtschaftlich.
Datensouveränität: Tickets, Asset-Daten und Wissensartikel bleiben in Ihrer Infrastruktur in Deutschland. Kein Datenabfluss in Drittstaaten.
Ein System statt Insellösungen: Service Desk, CMDB, Inventar, Verträge und Wissen greifen ineinander – genau die durchgängige Sicht, die ITIL (Version 5) verlangt.
Bessere Nutzererfahrung: Ein klarer Service-Katalog mit verständlichen Formularen reduziert Rückfragen und beschleunigt die Bearbeitung.
Verantwortungsvolle KI: Statt Cloud-KI mit unklarer Datenverarbeitung lassen sich lokale KI-Modelle anbinden – etwa für Ticket-Zusammenfassungen oder Lösungsvorschläge aus der Wissensdatenbank.
Compliance-Nachweise: Nachvollziehbare Changes, dokumentierte Incidents und ein aktuelles Asset-Inventar unterstützen NIS-2, ISO 27001 und BSI IT-Grundschutz.
Kein Vendor Lock-in: Offener Quellcode, offene Schnittstellen und eine große Community sichern Ihre Investition langfristig.
So gelingt die Einführung
- Reifegrad-Check: Bestehende Prozesse, Werkzeuge und Datenquellen erfassen
- Zielbild nach ITIL (Version 5): Welche Services, welche Nutzergruppen, welche Kennzahlen?
- Service-Katalog definieren: Leistungen verständlich beschreiben und als Formulare abbilden
- Pilotbetrieb: Service Desk und Inventarisierung mit einem Team starten
- Datenübernahme und Integration: Altsystem, Verzeichnisdienst, Monitoring und E-Mail anbinden
- Schulung und Rollout: Agenten, Administratoren und Anwender mitnehmen
- Kontinuierliche Verbesserung: Kennzahlen auswerten, Prozesse und Katalog weiterentwickeln
Typische Stolpersteine
- Werkzeug vor Prozess: Wer GLPI ohne geklärte Verantwortlichkeiten einführt, digitalisiert nur das Chaos.
- Zu viele Kategorien: Ein schlanker Katalog ist besser als hundert Auswahlfelder.
- Fehlende Pflege der CMDB: Automatische Inventarisierung von Anfang an einplanen.
- Betrieb unterschätzt: Updates, Backups und Plugin-Kompatibilität brauchen klare Zuständigkeiten.
Wie WällerIT unterstützt
Wir begleiten Sie von der Analyse über die Einführung bis zum Betrieb: Zielbild nach ITIL (Version 5), Installation On-Premise oder in Ihrer Private Cloud, Service-Katalog und Formulare, Anbindung an Keycloak, Active Directory und Monitoring, Datenübernahme, Schulungen sowie Managed Service mit Updates, Backups und Überwachung.
Fazit
ITIL (Version 5) macht deutlich: Gutes Service-Management ist eine Frage des Wertbeitrags und des Nutzererlebnisses – nicht der Lizenz. GLPI liefert dafür eine ausgereifte, offene Plattform ohne Lizenzkosten. Mit sauberer Einführung entsteht ein Service-Management, das zur Organisation passt und mit ihr wächst.
Sie möchten wissen, wie GLPI zu Ihrer IT passt? Sprechen Sie uns an – unser kostenloses Erstgespräch ist der einfachste Einstieg.
